3.2) Der Schildvulkan Kilauea

Der Name ‘Schildvulkan’ rührt von der schildartig aufgewölbten Form dieses
Vulkantyps her. Typisches Merkmal ist seine flache Form mit einer
weitläufigen Basis.
Diese Vulkane sind seit vielen Jahrhunderten über dem Meeresgrund
gewachsen, als immer neue Lavaergüsse austraten und sich auf dem breiter
werdenden Schild radial abgelagert haben. Unterschiedliche vulkanische
Prozesse und auch der Wechsel zwischen effusivem und explosivem
Magmaausstoß haben zur heutigen Höhe des Kilauea geführt. Der Kilauea
hat eine Gesamthöhe von 6200 m, während davon ‘nur’ 1200 m über dem
Meeresspiegel liegen. Er liegt auf einem basaltischen, submarinen Sockel,
der einen Basisdurchmesser von 400 km besitzt und 5000 m tief zum
Meeresgrund reicht. Der Vulkan ist 5 km lang und 3 km breit und hat eine
Hangneigung von ca. 6°. Die Lavaströme erstrecken sich aufgrund ihrer
Dünnflüssigkeit und der flachwinkligen Hangneigung über ein großes Gebiet.
Die Gipfelregion bildet ein flaches Plateau, da dort nur kleinere Lavaströme
fließen. Innerhalb dieser Einsturzcaldera befindet sich eine kraterartige
Vertiefung mit dem Namen Halemaumau. Diese Kuriosität füllte sich
zeitweise mit dünnflüssiger Lava und zierte dann als Lavasee das
Gipfelplateau des Vulkans, bis er 1924 in der Tiefe verschwand.
Ursache dafür ist laut Jagger das Eindringen von Grundwasser in
Oberflächenrisse nach einer Explosion. Das Wasser vermischte sich mit der
Lava, verdampfte und der dadurch entstandene Druck verdrängte die Lava
aus der Caldera.