4.1) Vesuv
Okt 7
2008
Die Heftigkeit eines Vulkanausbruchs ist von der Viskosität des Magmas
abhängig. Diese ergibt sich aus der Position des Vulkans und seiner
Magmakammer. Der Vesuv liegt auf einer kontinentalen Kruste. Hier wird
siliziumreiches Gestein aufgeschmolzen, das Magma ist daher sehr
zähflüssig. Während der langen Ruhephasen erstarrt die im Schlot
verbleibende zähe Lava und verstopft diesen. Der steigende Druck der
gelösten Gase in der aufsteigenden Schmelze wird schließlich zu groß und
in einer plötzlichen, gewaltigen Eruption, die Vulkanologen als „plinianisch“
bezeichnen, wird der Schlot oder auch der ganze Berggipfel weggesprengt.
Da sich die Magmakammer in nur fünf Kilometer Tiefe befindet, wird die
Schmelze zusätzlich von außen mit Grundwasser angereichert. Dieses
verdampft sofort und die explosive Wirkung wird potenziert. Dabei treten
neben großen Mengen von Lava auch Pyroklastika aus. Der Auswurf, der
bis in die Atmosphäre geschleudert wird, trägt die Bezeichnung ‘plinianische
Säule’. „Beispiel: Am 5.-6. November 472 förderte eine Eruption unter lautem
Getöse ungeheure Mengen glühenden Materials. Asche soll bis nach Konstantinopel
gelangt sein.“ Große Aschemengen und Gesteinsbrocken wurden herausgeschleudert
und Glutwolken stürzten die Hänge hinab. Lässt der Druck im Inneren des Kegels
nach, so treten Laven auch in „Flankeneruptionen“ aus. Dieser effusive Ausfluss
erfolgte beim Ausbruch von 1760, bei dem sich zwei Spalten öffneten und
Lava austrat. Diese auch 1861 und 1868 beobachtete Erscheinung verdeutlicht, dass der
Vesuv, wie auch sein sizilianischer ‘Kollege’ Ätna ein Vulkan des gemischt-explosiv-effusiven
Typs ist.
- 5.1) Vesuv
- 4.4) Vergleich
- 6) Zusammenfassung und Wertung
- 2.1) Vesuv
- 5.2) Ätna
- 5.4) Vergleich
- 3.1) Schichtvulkane
- 4.3) Kilauea
- 4.2) Ätna
- 1.3.1) Ozeanischer Bereich