6) Zusammenfassung und Wertung
Okt 15
2008
Die Facharbeit über die seit der Antike gefürchteten „Feuerberge“ hat mir
sehr interessante Erkenntnisse gebracht.
Der typische Vertreter der Schichtvulkane ist der Vesuv. Er sitzt auf einer
kontinentalen Kruste und ist gefährlich, weil hier zähflüssiges Magma durch
die Aufschmelzung siliziumreicher Gesteine entsteht. Dadurch neigt der
Berg zu gewaltigen Eruptionen, bei denen riesige Mengen an Locker-
material in die Luft geschleudert werden. Die herabfallende Tephra und die
zähflüssige, langsamfließende Schmelze, die sich in unmittelbarer Nähe
des Kegels ablagert, sorgt für den schichtförmigen Aufbau des Kegels.
Auch der Ätna ist ein Schichtvulkan und liegt im Kontinentalbereich. Er
weist jedoch Parallelen zum Kilauea auf. Seine weiträumige Ausdehnung
erinnert an den Schildvulkan Kilauea. Der Grund dafür liegt in der
Beschaffenheit der Laven. Die Magmen beider Vulkane entstehen bei
hohen Temperaturen im Erdmantel, sind dünnflüssig und können nach dem
Ausfließen weite Strecken zurücklegen und große Gebiete bedecken. Da
sowohl der Ätna als auch der Kilauea auf Zerrspalten sitzen, können die
Schmelzen durch diese Dehnungsfugen im Untergrund leichter nach oben
steigen und beim Aufstieg bereits Gase abgeben. Dies nimmt den Bergen
den explosiven Charakter und die Lava kann ruhig ausfließen. Explosiv
gebildete Förderprodukte treten hier sehr selten auf. Beide Vulkane sind
überwiegend aus Lava aufgebaut und dauernd aktiv. Die Daueraktivität
beschränkt sich auf den Gipfelbereich und äußert sich in hohen Fontänen
und Gaswolken. Gemeinsam mit dem Vesuv neigt der Ätna zu
rhythmischen Eruptionen, bei denen Lockermaterial herausgeschleudert
wird.
Beim Vergleich der Vulkane Vesuv, Ätna und Kilauea komme ich zu dem
Ergebnis, dass jeder Vulkan einzigartig ist. Trotzdem finden sich manche
Gemeinsamkeiten.
Die objektive Betrachtung der Vulkane mit den Augen eines Geologen
weicht von der Ansicht eines subjektiven Betrachters ohne ein
geographisches Hintergrundwissen ab. Für diese sind Vulkane eine
trügerische Sache, da sie nach jahrhundertelangen Ruhephasen plötzlich
unverhofft ausbrechen und ihre ganze Umgebung in Mitleidenschaft reißen.
Obwohl die Ausbruchszyklen oft nicht vorhersehbar sind, wagen sich die
Menschen nach einem Ausbruch wieder in die zerstörten Gebiete zurück,
da zum Beispiel der mit Lava bedeckte Boden bei einem Ausbruch des
Ätnas nach ein paar Jahren agrarisch nutzbar und weitaus fruchtbarer als
das Umland war. Die immer wieder zunehmende Menschendichte in
Vulkangebieten wird seit dem Altertum durch die dort entstandenen
Handelsgeflechte bestätigt.
Vielleicht ist es eine ausgleichende Gerechtigkeit der Natur, dass die
Zerstörung durch Vulkanausbrüche den nachfolgenden Generationen
verbesserte Lebensbedingungen durch erhöhte Fruchtbarkeit in den
Lavagebieten bringen.
- 4.2) Ätna
- 4.1) Vesuv
- 3.1) Schichtvulkane
- 1.2.2) Vulkanismus an konvergenten Plattenrändern
- 4.4) Vergleich
- 1) Grundlagen der vulkanischen Erscheinung
- 5.4) Vergleich
- 3.3) Vergleich
- 5.1) Vesuv
- 1.2.1) Vulkanismus an divergenten Plattenrändern