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Aus den obigen Punkten geht hevor, dass sich die Vulkane Ätna, Vesuv
und Kilauea hinsichtlich ihrer Form und ihres Aufbaus unterscheiden. Der
Vesuv ist im Gegensatz zu den beiden anderen Vulkanen relativ klein und
hat steil abfallende Hangneigungen. Der Kilauea hat eine unterseeische
Basis und ist der größte Vulkan. Er hat die flachwinkeligste Hangneigung.
Der Ätna sitzt als einziger auf einem festen Sockel und hat
Ausbruchsflanken und eine Vielzahl von Parasitärkratern.




 

Der Name ‘Schildvulkan’ rührt von der schildartig aufgewölbten Form dieses
Vulkantyps her. Typisches Merkmal ist seine flache Form mit einer
weitläufigen Basis.
Diese Vulkane sind seit vielen Jahrhunderten über dem Meeresgrund
gewachsen, als immer neue Lavaergüsse austraten und sich auf dem breiter
werdenden Schild radial abgelagert haben. Unterschiedliche vulkanische
Prozesse und auch der Wechsel zwischen effusivem und explosivem
Magmaausstoß haben zur heutigen Höhe des Kilauea geführt. Der Kilauea
hat eine Gesamthöhe von 6200 m, während davon ‘nur’ 1200 m über dem
Meeresspiegel liegen. Er liegt auf einem basaltischen, submarinen Sockel,
der einen Basisdurchmesser von 400 km besitzt und 5000 m tief zum
Meeresgrund reicht. Der Vulkan ist 5 km lang und 3 km breit und hat eine
Hangneigung von ca. 6°. Die Lavaströme erstrecken sich aufgrund ihrer
Dünnflüssigkeit und der flachwinkligen Hangneigung über ein großes Gebiet.
Die Gipfelregion bildet ein flaches Plateau, da dort nur kleinere Lavaströme
fließen. Innerhalb dieser Einsturzcaldera befindet sich eine kraterartige
Vertiefung mit dem Namen Halemaumau. Diese Kuriosität füllte sich
zeitweise mit dünnflüssiger Lava und zierte dann als Lavasee das
Gipfelplateau des Vulkans, bis er 1924 in der Tiefe verschwand.
Ursache dafür ist laut Jagger das Eindringen von Grundwasser in
Oberflächenrisse nach einer Explosion. Das Wasser vermischte sich mit der
Lava, verdampfte und der dadurch entstandene Druck verdrängte die Lava
aus der Caldera.




 

Die bereits angesprochene regionale Tektonik spiegelt sich im Bau des
Ätna wieder. Er ist ein Komplex aus lavareichen Schichtvulkanen, die sich
überlagern. Der Ätna besteht nicht durchgehend aus vulkanischem
Gestein, sondern ist bis etwa 1350 m aus „Sedimentsgesteinfolgen (…) der
Oberkreide (…) bis zum Quartär“ aufgebaut. Über diesem „Sockel“
befindet sich der eigentliche Gipfel aus vulkanischen Ablagerungen mit
einer Höhe von etwa 2000 m. Zusammen ergibt sich eine Gesamthöhe von
3350 m über dem Meeresspiegel. Seine Basis nimmt eine Fläche von
knapp 1200 Quadratkilometern ein, woraus sich sein etwaiges Volumen von
500 Kubikkilometern ergibt.
„Er besitzt derzeit drei Gipfelkegel, den etwa 500 Meter breiten
Zentralkegel, den Nordostkegel und den im Herbst 1979 neu gebildeten
Südostkegel“. Neben den drei Hauptkratern sind am Ätna 270
Adventivkegel oder Parasitärvulkane zu finden, die an Eruptionsspalten bei
Flankenausbrüchen entstanden sind.




 

Die heutige Gesamthöhe des Monte Vesuvio beträgt 1277 m, der
niedrigere Monte Somma erreicht eine Höhe von 1132 m.
An der Stelle, an der sich früher der Gipfel befand, befindet sich heute eine
Caldera mit einem Durchmesser von 700 m und einer Tiefe von 200 m.
Da bei seinen Ausbrüchen Pyroklastika unterschiedlicher Zustandsformen
herausgeschleudert werden, je nach Größe nahe oder weiter vom Kegel
entfernt herabfallen und die zähflüssige Lava nicht weit fließt, bildet sich so
ein relativ steiler Kegel von 20 bis 30°. Diese nach Eruptionen entstandenen
Ablagerungen bilden im Lauf der Zeit immer neue Schichten, die den Vesuv
wachsen lassen.




 

Die Mehrzahl der Vulkane sind Stratovulkane, die auch Schichtvulkane
genannt werden. Sie sind meist an Subduktionszonen anzutreffen und
werden abwechselnd aus Lavadecken und Lockermaterial aufgebaut.
Ursache für ihre steile, spitzkegelige Form ist das relativ zähflüssige
Magma, das sich langsam bewegt und direkt am Kegel ablagert.
Plinianische Eruptionen sind charakteristisch für den Typ Schichtvulkan. In
der Regel ereignen sie sich nach jahrelangen Ruhephasen und dauern ein
bis drei Tage. In Bezug auf die Fördermenge und die freigesetzte Energie
sind es die gewaltigsten Eruptionen.
Ein Ausbruch kündigt sich durch kleinere Vorbeben an, bevor es zu den,
von Plinius dem Jüngeren beobachteten, ‘Hauptbeben’ kommt.
Erfolgt die Eruption besonders explosiv, wird der Gipfel weggesprengt.
Übrig bleiben sogenannte Calderen oder Plateaus.
Aus dem bleibenden Krater werden vulkanische Asche, Lapilli (kleine
Steine bis circa zehn Zentimeter Durchmesser) und andere Pyroklastika
herausgeschleudert. Durch Flankeneruptionen wird den unteren
Regionen neues Material zugeführt.