5.1) Vesuv

Die Magmen können als Pyroklastika oder als Lava vom Vulkan
ausgeworfen werden. Die chemische Zusammensetzung der Schmelze ist
für das Fließverhalten, die Fließgeschwindigkeit und die Erscheinungsform
verantwortlich. Vor allem der Anteil an Kieselsäure im Magma ist wichtig,
um Aussagen über das Fließverhalten der Lava treffen zu können. Die
Lava des Vesuvs enthält viel Kieselsäure und ist deshalb hochviskos, was
sie zähflüssig und träge werden lässt. Die Lavaströme sind kurz und lagern
sich in der Nähe des Kegels ab. Aufgrund der langsamen Fließ-
geschwindigkeit ist diese zähflüssige Lava nur wenig in Bewegung und der
Gasanteil verringert sich kaum. Kühlt die Lava ab, ist immer noch ein relativ
hoher Gasanteil in dem entstehenden Gestein vorhanden. Nach der
Erkaltung bleibt ein rauhes, blockartiges Gestein, das nach seiner Ober-
flächenform Blocklava (auch Aa-Lava) genannt wird. Eine weitere Form
von Lava ist die Pahoehoe-Lava, die auch als Seil- oder Stricklava
bezeichnet wird. Sie ist nur in der Nähe des Ausbruchsortes zu finden. Die
Schmelze ist hier noch heiß und flüssig und durch die schnelle
Fließbewegung bilden sich wulst- und strickartige Oberflächenformen.
Da die vesuvische siliziumreiche Schmelze sehr zähflüssig und daher
stark explosiv ist, werden bei einem Gipfelausbruch riesige Mengen an
Pyroklastika, die man in Lapilli, Bomben, Aschen und Bims unterteilt,
in die Luft geschleudert.
„(…) 79 n. Chr. kam es zu einer Eruption.
Millionen Tonnen Lava, Bimsstein und Asche
schossen in den Himmel. (…) Pompeji wurde
unter einer drei bis fünf Meter dicken Bimsstein-
und Ascheschicht begraben.“
Der Vesuv zählt daher zu den tephrareichen Stratovulkanen.